Verschärfte Maskenpflicht

Es müssen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. Normale Alltagsmasken sind im Nahverkehr und in Geschäften nicht mehr zugelassen.

Maskenpflicht-Ratgeber

Das Coronavirus ist eine ernste Bedrohung für die Gesellschaft. Daher haben sich die Bundesländer entschieden, eine Maskenpflicht einzuführen. Dies soll die Verbreitung reduzieren. Die Mundschutzpflicht gilt in ganz Deutschland, doch die genauen Regeln, wie mit Masken umzugehen ist, stellen die einzelnen Länder auf. In unserem Maskenpflicht-Ratgeber gibt es mehr Infos zu den Regeln und zur praktischen Verwendung von Mundschutz.

Mundschutzpflicht

Eine Nichtbefolgung der Maskenpflicht wird doppelt bestraft: Einerseits drohen Geldstrafen, andererseits gesundheitliche Schäden. In Hamburg sind Bußgelder zwischen 500 und 1000 Euro möglich. In Mecklenburg-Vorpommern können Einzelhändler Kunden ohne Maske auffordern, den Laden zu verlassen. In vielen Geschäften kontrolliert das Personal, ob Kunden Mundschutz tragen. Verweigerer müssen in die Tasche greifen. Befreit von der Maskenpflicht sind jene, die aus gesundheitlichen Gründen nachweislich keine Maske tragen können. Ansonsten greifen Behörden hart durch, um sicherzustellen, dass die Gesellschaft keinen zweiten Lockdown erleben muss. Übrigens: Die Maskenpflicht gilt in den meisten Ländern auch für Kinder ab 6 Jahren.

Wer viel unterwegs ist und dabei mehrere Bundesländer passiert, kann trotz der unterschiedlichen Regeln auf Nummer sichergehen. Als Faustregel gilt: In Geschäften, öffentlichen Gebäuden und im öffentlichen Personennahverkehr unbedingt eine Maske tragen. So schützt man sich nicht nur gegen Bußgelder, sondern auch gegen eine mögliche Infektion. Wer sich aber wirklich gegen das Coronavirus schützen möchte, sollte nicht zu einer herkömmlichen Stoffmaske greifen, sondern mindestens eine OP-Maske tragen.

Arten von Mundschutz

Wie erwähnt, gibt es Stoffmasken, die auch DIY-Masken genannt werden. Sie schützen gegen Staub und Spritzer. Oftmals handelt es sich um wiederverwendbaren Mund-Nasen-Schutz, der bequem in der Waschmaschine gereinigt werden kann. Leider sind die Poren von Stoffmasken zu groß, um kleine Bedrohungen wie Smog-Partikel und Viren zu stoppen. Durch das Tragen einer Stoffmaske lässt sich zwar die Mundschutzpflicht erfüllen und Geldstrafen vermeiden, doch das gesundheitliche Risiko einer Coronavirus-Infektion bleibt bestehen. Eine bessere Lösung ist die OP-Maske.

Die OP-Maske wurde bisher vor allem in medizinischen Einrichtungen benutzt, um Patienten gegen Bakterien zu schützen. Heute gehört dieser Mund-Nasen-Schutz zu den beliebtesten Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen COVID-19. Auch damit lässt sich die Maskenpflicht erfüllen. Zusätzlich profitieren der Träger und sein Umfeld von einer tatsächlichen Barriere gegen Tröpfchen, die das Coronavirus enthalten. Dies ist einer speziellen Vliesstruktur zu verdanken. Bei der OP-Maske handelt es sich jedoch um ein Mittel, das vor allem die Mitmenschen wirkungsvoll schützt. Die Poren sind noch zu groß, um die winzigen eingehenden Coronavirus-Partikel ausreichend zu filtern.

Wer nicht nur die Maskenpflicht erfüllen, sondern sich auch wirkungsvoll gegen COVID-19 schützen will, greift zu einer FFP2-Maske. Dieser Mundschutz ist so feinporig, dass er winzigste Viren, Bakterien und Luftverschmutzung samt Giftstoffen filtert. Bisher wurde FFP2 als Anti-Smog-Schutz verwendet. Heute wird diese Maske vom Robert Koch Institut zum Schutz gegen COVID-19 empfohlen. FFP2-Masken sind mit und ohne Ventil erhältlich. Produkte mit Ventil reduzieren den Ausatemwiderstand und sind deshalb auch für längere Zeiträume geeignet. Da die ausgeatmete Luft nicht gefiltert wird, gelangen Tröpfchen des Maskenträgers nach außen. Somit schützen Masken mit Ventil nur den Träger. Wer seine Mitmenschen schützen will, greift zu einer FFP2-Maske ohne Ventil, muss aber dafür einiges an Tragekomfort einbüßen. Noch mehr Sicherheit bieten FFP3-Masken. Während FFP2 mit einem Rückhaltevermögen von 94% aufwartet, filtert FFP3-Mundschutz sagenhafte 99% der gefährlichen Partikel samt Viren.

Mundschutz gegen Viren und Bakterien

Stoffmasken sehr beliebt und eine einfache Möglichkeit die Maskenpflicht zu erfüllen. Wer aber Mundschutz gegen Viren und Bakterien erwartet, kauft sich eine OP-Maske oder - noch besser - eine FFP-Atemschutzmaske.

Viren machen uns anders krank als Bakterien. Sie nutzen unsere Zellen zur Vermehrung und können sie dabei zerstören. Bakterien verursachen oft Krankheiten durch eigene Stoffwechselprodukte, die für unseren Körper giftig sind. Interessanterweise hat das Virus im Gegensatz zum Bakterium keinen eigenen Stoffwechsel und wird daher nicht zu den Lebewesen gezählt. Es gibt noch einen wichtigen Unterschied, der in der Corona-Krise wichtig ist: Die meisten Bakterien sind deutlich größer. Viren haben eine Größe von 0,02 bis 0,3 Mikrometer. Bakterien sind 0,1 bis 700 Mikrometer groß. Daraus ergibt sich auch, warum viele Masken zwar große Bakterien stoppen, aber das winzige Coronavirus trotzdem durchlassen.

Wer wirkungsvollen Mundschutz gegen Viren und Bakterien erwartet, braucht eine Maske, die den größten Teil des Spektrums 0,02 bis 700 Mikrometer abdeckt. COVID-19 hat maximal 0,16 Mikrometer. Das heißt, es kann auch kleiner sein. FFP2- und FFP3-Masken sind in der Lage 94% bis 99% von Partikeln bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometern abzufangen. Daher wurden sie vom Robert Koch Institut als Schutz gegen das Coronavirus zugelassen.

Eine Maske gehört zu den wichtigsten Mitteln im Kampf gegen COVID-19. Unerlässlich sind aber auch entsprechende Hygienemaßnahmen.

Grundlegende Hygieneregeln beim Tragen von Masken

Wenn die Maske vor Viren oder Bakterien schützen soll, sind wichtige Hygieneregeln zu beachten:

  • Vor dem Anlegen sind die Hände gründlich mit Seife zu waschen. So werden Viren und Bakterien auf den Handflächen entfernt. Dies ist wichtig, damit keine Erreger auf den Mundschutz übertragen werden.
  • Beim Anlegen der Maske auf keinen Fall die Innenseite berühren. Falls auf der Hand sich doch noch Erreger befinden, lässt sich so eine Verunreinigung der Maske und eine Infektion vermeiden.
  • Sitzt die Maske richtig? Davon hängt die Filterung der Luft ab. Sitzt die Maske zu locker, dringt leicht ungefilterte Luft in die Atemwege ein. Daher gilt: Die Maske muss Mund und Nase bedecken und eng anliegen.
  • Beim Tragen darf die Maske nicht berührt werden. Warum? Jede Berührung kann eine Viren- und Bakterienübertragung verursachen. Besonders schlimm ist es, die Maske um den Hals zu tragen und dann wieder über Nase und Mund zu ziehen. So gelangen Erreger, die auf dem Hals waren, leicht in Mund und Nase.
  • Auch beim Abnehmen gibt es einiges zu beachten. Hierbei ist auf keinen Fall die Vorderseite zu berühren, weil gerade dort von der stärksten Kontaminierung auszugehen ist. Stattdessen lieber an den seitlichen Laschen oder Schnüren greifen und danach die Hände waschen.
  • Zur Hygiene gehört auch, die Maske regelmäßig zu wechseln oder - falls möglich - zu waschen. Eine durchfeuchtete Maske ist unbedingt auszutauschen und in einen sicheren Behälter zu werfen.

Reinigung von Mundschutz

Ob und wie sich Mundschutz am reinigen lässt, hängt von der jeweiligen Maske ab. Stoffmasken sollten gleich nach dem Tragen in der Waschmaschine bei 60 Grad gereinigt werden. Um Krankheitserreger wirklich abzutöten ist es wichtig, dass die 60 Grad eingehalten sind. Umweltfreundliche Waschprogramme könnten die Temperatur reduzieren, deshalb gilt hier: ECO-Modus ausschalten.

Wenn nur der Mundschutz gewaschen werden soll, bietet sich eine noch bessere Methode an. Einfach einen Kochtopf mit Wasser erhitzen und die Maske dann für etwa 5 Minuten im kochenden Wasser lassen. Zuvor ist zu prüfen, ob der Mundschutz die Temperatur aushält, denn viele Stoffmasken sind bis 60 Grad waschbar.

Es gibt noch eine Möglichkeit, Hitze zu nutzen, um das Coronavirus abzutöten - das Bügeln. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass wirklich alle Stellen heiß werden. Ob sich diese Methode bewährt, hängt von der Widerstandsfähigkeit des jeweiligen Stoffs ab. Verträgt der Stoff keine lange Erhitzung, bitte die anderen Methoden nutzen.

Im Gegensatz zu Stoffmasken sind OP- und FFP-Masken Einwegprodukte. Eine Erhitzung könnte den Zellstoff beschädigen und somit die Filtereigenschaften beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist eine Wiederaufbereitung durch Hitze im Backofen oder Mikrowelle umstritten. Eine Sterilisierung in der Mikrowelle birgt Brandgefahr, denn die Masken enthalten oft Metallteile, die bei hohen Temperaturen Funken auslösen. Daher wird empfohlen, die Maske nach einer Durchfeuchtung in einen sicheren Behälter zu entsorgen. Angesichts der aktuellen Preise ist dies sicher eine akzeptable Lösung.

Mundschutz falten: Die eigene DIY-Maske in 5 Minuten

Wer die Maskenpflicht erfüllen möchte, kann sich einen eigenen Mundschutz falten - ganz ohne Nähmaschine. Dafür ist ein Baumwolltuch nötig: ein Bandana oder ein anderes quadratisches Stück. Falls kein passendes Baumwolltuch bereitsteht, kann ein altes T-Shirt als Stoffressource dienen: Einfach ein Stück ausschneiden.

  • Ist der Stoff vorhanden, bitte auf dem Tisch ausbreiten.
  • Die obere und untere Kante nun bis zur Mitte falten.
  • Dies jetzt noch einmal wiederholen. So entsteht ein rechteckiges Tuch.
  • Danach jede der Außenseiten durch einen Haargummi führen und dann zur Mitte falten.
  • Die Enden ineinanderstecken.
  • Jetzt lässt sich der gefaltete Mundschutz mithilfe der Haargummis hinter die Ohren klemmen. Zum Schluss korrekt über Mund und Nase legen und die Maskenpflicht lässt sich problemlos erfüllen.
  • Zu beachten gilt jedoch, dass eine Baumwollmaske keinen Schutz gegen Corona-Infektionen bietet. Wird sie zu lange ungewaschen getragen, kann sie zum Gesundheitsrisiko werden. Daher ist die DIY-Maske regelmäßig in mindestens 60 Grad zu waschen oder abzukochen.

Wie herum den Mundschutz tragen?

Wer eine eindeutig geformte FFP-Maske trägt, braucht sich um die richtige Seite keine Sorgen zu machen. Anders sieht es bei Stoffmasken und OP-Masken aus, die Falten fürs Auffächern über Mund und Nase aufweisen. Wird der Mundschutz falsch herum getragen, sinkt das Rückhaltepotenzial.

Obwohl man oft von Mundschutz spricht, ist stets daran zu denken, dass eine Maske über Mund und Nase getragen werden muss. Warum? Denn die Viren können auch über die Nase in die Atemwege gelangen. Wenn der Mundschutz richtig über Mund und Nase liegt, zeigen die Maskenfalten nach unten.

Mundschutz mit Brille richtig tragen

Wird der Mundschutz zusammen mit Brille getragen, taucht ein Problem auf: Die Brille beschlägt schnell. Es gibt einige Möglichkeit, dieses unangenehme Phänomen zu verhindern.

Achten Sie darauf, dass die Brille über der Maske sitzt. Falls nötig, den Mundschutz so weit wie möglich nach oben schieben. Wie schon vorhin besprochen, sollte die Maske nicht nur über dem Mund, sondern auch über der Nase liegen.

Im Mund-Nasen-Schutz ist meist ein Drahtbügel enthalten, der sich der Nase anpassen lässt und verhindert das die Luft nach oben in Richtung Brille entweicht. Ist kein Metallbügel enthalten, lässt er sich unter Umständen einnähen.

Eine zusätzliche Hilfe kann ein herkömmliches Taschentuch sein. Wird es zu einem Streifen gefaltet, lässt es sich in die Maske legen. Es sollte an der Stelle liegen, wo die Brille auf der Maske sitzt.

Wer den Mundschutz mit Brille tragen will, kann sich auch ein Spray gegen Beschlag kaufen. Solche Mittel sind beim Optiker und in entsprechenden Onlineshops verfügbar. Eine ähnliche Wirkung haben aber auch Spülmittel ohne Alkohol. Die Brillengläser einfach mit dem Spülmittel einreiben und dann mit klarem Wasser abwaschen. Dann am besten an der Luft trocknen lassen, damit die Spülmittelschicht erhalten bleibt. Wenn das Spülmittel einmal ausgeht, funktioniert die Methode auch mit Rasierschaum.

Mundschutz für Kinder und Erwachsene

Die Maskenpflicht beschränkt sich nicht nur auf Erwachsene, sondern gilt auch für Kinder. In den meisten Bundesländern müssen Kinder ab 6 Jahren einen Mundschutz tragen. Warum? Auch wenn die meisten Kinder keine Symptome einer COVID-19-Erkrankung aufweisen, ist klar, dass sie das Virus verbreiten können. Durch den Mundschutz werden also vor allem die Mitmenschen geschützt. Damit dies klappt, muss der Mund-Nasen-Schutz richtig sitzen. Mundschutz für Erwachsene ist in der Regel zu groß, um die Atemluft bei Kindern richtig zu filtern. Daher ist spezieller Mundschutz für Kinder notwendig.

Nicht alle Kinder verstehen, warum Masken nötig sind. Oftmals stoßen Eltern bei Überredungsversuchen an die Belastbarkeitsgrenzen. Eine gute Lösung ist Mundschutz, der von Kindern gerne getragen wird. Daher wurden Masken mit bunten Motiven deisgnt, die sowohl Maskenpflicht als auch die Anforderungen von Kindern erfüllen. Natürlich gibt es gesonderte Designs für Mädchen und Jungen.

Viele Erwachsene zeigen Verständnis für die Mundschutzpflicht. Gleichzeitig hat sich die Maske auch zu einem Modeaccessoire entwickelt. Daher wird auch Mundschutz für Erwachsene in unterschiedlichen Designs verkauft. Dies gilt insbesondere für Stoffmasken. Wer jedoch auf eine ansprechende Optik verzichten kann und Sicherheit in den Fokus stellt, sollte lieber eine OP-Maske oder noch besser eine FFP2- oder FFP3-Atemschutzmaske tragen.

Die Coronakrise bringt viele Herausforderungen. Durch Beachtung und Einhaltung der Regeln und Tipps in unserem Maskenpflicht-Ratgeber kann jeder zu einer gesunden Gesellschaft beitragen. So lassen sich weitere Lockdowns verhindern.